Die Nähe Andalusiens zur nordafrikanischen Kultur- und Klimazone macht diese Region einzigartig in ganz Europa. Die arabische Kunst, über Jahrhunderte vermischt mit der europäischen Lebensform, spiegelt sich wider in der Musik, den Gesichtszügen und dem Charakter der Bevölkerung von Südspanien.
Die berühmtesten Weißen Dörfer sind jene, die durch ihre Lage unverwechselbar hervorstechen, wie Zahara de la Sierra erhoben auf einem Hügel liegend gekrönt von einer schroffen Felsenburg. Oder Ronda, am gigantischen Abgrund stehend, der es so berühmt gemacht hat.
Aber der neugierige Reisende wird am meisten an den Nebenstraßen Gefallen finden, von denen aus er entzückende kleine Dörfern entdeckt, die oft noch nicht einmal auf der Landkarte zu finden sind. Man muss sich erst in der Serranía von Ronda verirren, um Benaoján, Benarrabá, Banalauría, Algatocín und all die anderen aufzuspüren.
Den Zauber eines Weißen Dorfes genießen heißt in die kleinen Bars hineingehen, seine bescheidenen Kirchen besichtigen, sich unter das bunte Treiben seiner taditionellen Feste mischen, einen Blick in die blumenbehangenen Innenhöfe werfen, sich an der natürlichen Freundlichkeit seiner Bewohner sowie seiner einfachen und schmackhaften Küche erfreuen. So haben die gebildeten Persönlichkeiten wie Washington Irving und Merimée die Weißen Dörfer kennengelernt und sich in sie verliebt.
Hier beschreiben wir zwei herausragende Dörfer, stellvertretend für die vielen anderen, um Ihnen einen Eindruck zu verschaffen.
Arcos de la Frontera
| Wie ein "weißer Fingerzeig Gottes" erhebt sich die einstige maurische Siedlung. Die Jahrhunderte seit dem Abzug der Mauren aus Anlalusien (1492) scheinen hier stehengeblieben zu sein. "De la Frontera" bedeutet "an der Grenze" zwischen heutiger katholischer und einstiger maurischer Herrschaft. Im Tal umklammert der Río Guadalete das Städtchen von drei Seiten. | ![]() |
| Hoch oben auf dem schroffen Felsen kleben die weißen Casas wie Adlernester, mit weitem Blick über ein bizarres Vorgebirge. Die mittelalterliche Verteidigungsanlage sowie die mächtige gotische Kirche San Pedro scheinen am Abhang auf unsicheren Fundamenten zu stehen. Doch da stehen sie schon seit 500 Jahren. Die weißen Häuserfassaden in den engen Gassen schmücken schwarze schmiedeeiserne Balkone, bunt behangen mit Blumen. | |
Setenil de las Bodegas
Hier fügt sich die Architektur in die natürliche Gestalt der Landschaft. Wie zum Schutz gegen die bleichende Sonne hat sich dieses Dorf zwischen zackigen Felsklippen und romantischen Schluchten unter ein riesiges Felsendach geschoben. Nicht selten ist ein Felsvorsprung direktes, eingebautes Dach eines Hauses.

Von der "Höhlenstraße" wie die Hauptstraße von Setenil heißt, am rauschenden Fluss Guadalporcún entlang, ist der blaue Himmel, wo hoch oben die Mauersegler kreisen, nicht mehr zu sehen. Die Burgruine und die mittelalterliche Kirche strahlen eine eigenartige Ruhe aus.







